Wer - durch welche Umstände auch immer - in den Besitz dieser Abizeitung gelangt, ist möglicherweise zunächst unschlüssig, was er damit anfangen soll. Darf ich deshalb im Folgenden einige Richtlinien zur Kenntnis geben? Wer junge Kinder hat, der überlasse ihnen dieses Buch! Sie können die weißen Stellen mit Männchen bemalen oder die abgebildeten Personen ausschneiden und ihnen lustige Bärte ankleben . . .
Ganz kleinen Kindern, besonders "Watzen", mag diese "Zeitung" als Unterlage dienen, falls ein paar Zentimeter bis zur Tischoberkante fehlen . . .
Sollte der Tisch ein zu kurzes Bein haben: selbst zur Behebung dieses Notstandes ist diese Lektüre geeignet - ebenfalls zur Zermalmung lästiger Kerbtiere . . .
Ein besonderer Leckerbissen stellt "das lustige Nudelspiel" dar:
Welche Nudelsorte erhält man, wenn man durch den ganzen Text von oben nach unten alle gleichen Buchstaben miteinander verbindet? (Tip: Wenn keine verknoteten Spaghetti dabei herauskommen, habt ihr etwas falsch gemacht.) Für ältere Personen (keine Lehrer) jedoch ist diese Papieransammlung schier unentbehrlich; denn gibt es ein besseres Wurfgeschoß? Allerdings muß der Werfer streng darauf achten, daß sich der Gegenwind während des Fluges nicht in den Seiten verfängt und dadurch sich die Flugbahn des Geschosses verändert oder es gar bremst!
Aus diesen kurzen Beispielen ist ersichtlich, wie nutzbringend das Erstehen dieses Druckerzeugnisses war . . .
Und nun kommt die große Überraschung:
Man kann in diesem Heft auch lesen!
Das Schwarze sind die Buchstaben! Jedem, der beim Lesen bis hier vorgedrungen ist, möchte ich daher hiermit gratulieren, denn Sie beherrschen die Grundlagen des Lesens anscheinend schon. All jenen, die in dieser Kunst noch nicht so gut bewandert sind, möchte ich eine weitere Hilfestellung anbieten:
Man lese am zweckmäßigsten reihenweise von links nach rechts; denn wollte man es von rechts nach links tun,
.nies tkcurdeg murehsredna nebatshcuB eid netßüm nnad
Da sich aber in Europa das Von-links-nach-rechts-Lesen immer mehr einbürgert, haben die Autoren es bei dieser Lesart belassen. Um einen möglichst großen Leserkreis zu erfassen, haben wir besondere Rücksicht auf die Diabetiker genommen: Man wird das Wort Zucker vergeblich suchen! Auch haben wir wegen jenen, die an Übergewicht leiden oder Diät leben müssen, Fettgedrucktes zu vermeiden versucht! Bevor wir jedoch unser Musenkind der Öffent- und damit der Lächerlichkeit preisgeben, müssen wir mal brechen - und zwar eine Lanze für jene Leser, die mehr der abstrakten Kunst zugeneigt, also mit unseren gegenständlich primitiven Gedanken, Worten und Sätzen nicht viel anzufangen wissen, sind!! Diesen soll nicht das Recht genommen werden, Wortfolgen nachstehender Machwerke willkürlich aus den Satzgebilden herauszulösen, ja, selbst einzelne Buchstaben innerhalb eines Wortes beliebig umzustellen und die Zeilen graphisch aufzulockern; schließlich soll sich doch jeder Intellekt von diesem Meisterwerk angesprochen fühlen. Als Beispiel möge der Anfang des Textes auf Seite 173 dienen:
l3er p
hurg o
qe gargl karg p komm
sad is ten p et
e n!! i hr einze-
ller, .??? usw. usw.
Auch der unbefangene Leser wird zugeben müssen, dass so dieses Heft für den modernen Menschen über Jahre hinaus anregend bleibt! Was man nicht von jedem Werk unsrer Literatur behaupten kann. . .
Alles, was uns jetzt noch zu sagen verbleibt, ist:
Viel Spaß beim Arbeiten mit allem möglichen überflüssigen Zeug von ABI 99.
"Das große Heinz-Erhardt-Buch",
leicht verändert durch mich (StR.).
Für den Fall, ein Lehrer ehrt dieses Machwerk tatsächlich, zum Beispiel indem er seine Augen über die Schrift wandern läßt, will ich diese Gelegenheit nicht versäumen, ihm ein paar Worte zweier hochgeachteter Menschen mit auf den Weg zu geben.
Ein Weg, der wahrscheinlich nicht sehr lang sein wird, da er vermutlich nur das Vor- und Nachwort, sowie die wenigen ihn selbst betreffenden Kursberichte lesen wird, wenn überhaupt das.
Lehrer denkt daran:
"Die Bedeutung eines Erfolgserlebnisses kann gar nicht überschätzt werden." (Goethe)
"Alles sollte so einfach wie möglich gemacht werden, aber nicht einfacher." (Einstein)
"Phantasie ist wichtiger als Wissen" (Einstein)